Die GRÜNEN sind entsetzt über den anhaltenden Krieg in Gaza, der bisher fast 30’000 Menschen das Leben gekostet hat. Die GRÜNEN rufen angesichts der katastrophalen humanitären Lage zu einem sofortigen Waffenstillstand und zu einer bedingungslosen Einhaltung des Völkerrechts auf. Die GRÜNEN fordern ausserdem, dass die Geiseln, die sich noch in den Händen der Hamas befinden, sofort und bedingungslos freigelassen werden und dass sich die Schweiz den Sanktionen gegen gewaltbereite israelische Siedler im Westjordanland anschliesst. 

(4.3.2024) Die GRÜNEN haben die antisemitisch motivierten Massaker und Geiselnahmen der Hamas vom 7. Oktober noch gleichentags klar und unmissverständlich als Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung verurteilt. Sie begrüssen auch, dass die Hamas in der Schweiz als terroristische Organisation eingestuft und verboten werden soll.

Der Terror der Hamas kann jedoch die Begehung von Kriegsverbrechen oder Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch die israelischen Streitkräfte unter keinen Umständen legitimieren. Auch im Rahmen der legitimen Selbstverteidigung Israels gilt das humanitäre Völkerrecht absolut, bedingungslos und für alle Konfliktparteien gleichermassen. Die Zivilbevölkerung muss auch unter diesen Umständen geschützt werden. Das ist heute nicht der Fall: Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Die von der rechtsnationalistischen Regierung Netanjahus verantworteten militärischen Angriffe auf den Gazastreifen haben bisher fast 30’000 Menschen das Leben gekostet. Unzählige weitere sind verletzt, auf der Flucht und von Hunger und einer mangelhaften medizinischen Versorgung betroffen. Diese Situation ist unhaltbar. Die GRÜNEN verurteilen die anhaltenden Angriffe und rufen erneut zu einem sofortigen Waffenstillstand auf.

Der seit Jahrzehnten anhaltende Nahkostkonflikt kann nur durch politische Verhandlungen und nicht mit (militärischer) Gewalt gelöst werden. Die GRÜNEN rufen den Bundesrat darum dringend dazu auf, sich als Depositarstaat der Genfer Konventionen mit allen diplomatischen Mitteln für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens mit versorgungskritischen Gütern wie Wasser, Nahrung und Strom, eine bedingungslose Freilassung der verschleppten Geiseln sowie für einen umfassenden Waffenstillstand einzusetzen. Mit dem Ziel eines dauerhaften Friedens muss der Bundesrat sich für eine diplomatische Offensive engagieren, welche die Sicherung sowohl des Existenzrechts Israels als auch einer selbstbestimmten, demokratischen Zukunft der Palästinenserinnen und Palästinenser zum Ziel haben muss. Weiter muss der Bundesrat klar die Aussagen von israelischen Regierungsmitgliedern verurteilen, welche eine Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus dem Gazastreifen fordern. Die Schweiz soll sich ausserdem den Sanktionen der USA, Grossbritanniens und Frankreichs gegen gewaltbereite israelische Siedler im besetzten Westjordanland anschliessen.

Die Zivilbevölkerung muss geschützt werden

Die GRÜNEN kritisierten in der Vergangenheit, dass die israelische Regierung, namentlich durch den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau, den Friedensprozess im Nahostkonflikt sabotiert und dass die katastrophale humanitäre Lage, insbesondere im Gazastreifen, Nährboden für fundamentalistischen Extremismus darstellt. 

Die terroristischen Massaker und Geiselnahmen der Hamas vom 7. Oktober können und dürfen damit in keiner Weise legitimiert oder relativiert werden. Die GRÜNEN haben die Massaker gleichentags klar und unmissverständlich verurteilt. Es handelt sich dabei um antisemitisch motivierten Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung. 

Der Terror der Hamas legitimiert umgekehrt nicht die Begehung von Kriegsverbrechen oder Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch die israelischen Streitkräfte. Auch im Rahmen der legitimen Selbstverteidigung gilt das humanitäre Völkerrecht absolut, bedingungslos und für alle Konfliktparteien gleichermassen. Die Zivilbevölkerung muss auch unter diesen Umständen geschützt werden. In diesem Sinn muss der Bundesrat auch sicherstellen, dass die UNRWA auch zukünftig über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, um ihre Arbeit fortzuführen. Diese Arbeit ist sowohl für die Versorgung der palästinensischen Zivilbevölkerung wie auch für die Stabilität im Nahen Osten zentral.

Die Schweiz braucht einen Aktionsplan gegen Antisemitismus 

Im Zug der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten häufen sich leider auch in der Schweiz die antisemitischen Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung. Diese Entwicklung ist intolerabel. Die GRÜNEN bekräftigen darum mit Nachdruck ihre Forderung nach einem Aktionsplan gegen Antisemitismus (siehe die von der grünen Nationalrätin Sibel Arslan eingereichte Motion 22.3307, welche von einer Mehrheit des Nationalrats unterzeichnet wurde). Das eidgenössische Parlament muss hier so rasch wie möglich den unverständlichen ablehnenden Antrag des Bundesrates korrigieren und klarstellen, dass es in der Schweiz keinen Platz für Antisemitismus gibt. 

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