Zitrusfrüchte
© Benjamin Zumbühl

Politisch wird Gesundheit noch immer fast ausschliesslich mit der medizinischen Versorgung gleichgesetzt. Dieses Verständnis greift allerdings zu kurz. Als grüne Gesundheitspolitikerin ist es mir ein Anliegen, dass wir uns nicht nur um die Behandlungen von Krankheiten, sondern auch um die Förderung der Gesundheit kümmern. Was heisst das? Es gilt kranke Menschen gut zu behandeln, aber eben auch dafür zu sorgen, dass gar nicht so viele Menschen krank werden. Die wichtigsten Voraussetzungen dafür decken sich mit grünen Kernanliegen: eine intakte Umwelt, Frieden, Bildung, Ernährung und soziale Gerechtigkeit. Wenn wir diesen Aspekten mehr Beachtung schenken, werden weniger Menschen krank. Die Förderung der Gesundheit obliegt also nicht nur dem Gesundheitssektor – sie ist ein eigentliches politisches Querschnittsthema.

Aktuelle gesundheitspolitische Vorlagen

Als Parlamentarierin bin ich oft mit Vorlagen zum Gesundheitssystem konfrontiert. In den letzten zwölf Monaten etwa haben wir GRÜNE uns stark gemacht für einen umfassenden Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus – wobei auch die mentale Gesundheit eine wichtige Rolle spielt. Ausserdem ist uns die Versorgungssicherheit ein wichtiges Anliegen: Die Schweiz muss dafür sorgen, dass die Versorgung mit den wichtigsten und sensibelsten Medikamenten und Wirkstoffen, sowie dem Schutzmaterial (Masken, Schutzbrillen, Schutzmäntel etc.) gewährleistet wird, das haben wir auch mit einer parlamentarischen Initiative gefordert.

Wir haben und werden weiterhin für die Aufwertung der Pflegeberufe kämpfen. Es reicht nicht, einfach mehr Pflegepersonal auszubilden, um den Pflegenotstand zu bekämpfen. Es braucht zusätzlich endlich bessere Arbeitsbedingungen, eine Ausbildungsoffensive und die Anerkennung der Autonomie der Pflege. Erfreulich ist schliesslich, dass sich bezüglich Cannabis zunehmend auch in der Schweiz ein pragmatischer Umgang abzeichnet.

Und die Arbeit geht weiter, es stehen viele wichtige Geschäfte an: Es gilt die richtigen Lehren aus der Corona-Pandemie zu ziehen und Fragen rund um die Finanzierung des Gesundheitssystems anzugehen. Eine echte Präventions- und Gesundheitsförderungspolitik wirkt sich positiv auf die steigenden Krankenkassenprämien aus. Dieses Problem wird für viele Menschen immer drängender. Reformieren wir die Finanzierung des Gesundheitswesens aus dieser Perspektive: weg von einem System, welches mit dem kurzfristigen Reparieren beschäftigt ist, hin zu einem System, das Menschen und ihre Gesundheit ins Zentrum stellt.

Manuela Weichelt-Picard
Nationalrätin ZG
@ManuelaWeichelt