Die GRÜNEN unterstützen grundsätzlich die Stossrichtung der Initiant*innen für eine nachhaltige Ernährungspolitik. Auch die GRÜNEN fordern eine Reduktion tierischer Produkte und den Schutz unseres Trinkwassers. Die starren Zielvorgaben der Initiative beim Selbstversorgungsgrad sind jedoch kontraproduktiv und könnten zu einer noch intensiveren landwirtschaftlichen Produktion führen. Die Delegiertenversammlung hat deshalb Stimmfreigabe zur Ernährungsinitiative beschlossen. 

Grundsätzliches Ja zum Ziel 

Die GRÜNEN unterstützen die Stossrichtung der Initiant*innen für eine nachhaltige Ernährungspolitik. Die Klima- und Biodiversitätskrise verlangen eine Reduktion tierischer Produkte und den Schutz unseres Trinkwassers. Dafür setzen wir uns im Parlament ein. Die GRÜNEN haben im Parlament einen wirksamen Gegenvorschlag zur Initiative vorgeschlagen, der leider keine Mehrheit fand. 

Kritik am Selbstversorgungsgrad 

Die GRÜNEN erachten die Umsetzung der Initiative aber als problematisch. Ein starrer Netto-Selbstversorgungsgrad von 70 % innerhalb von 10 Jahren ist unrealistisch. Er droht vor allem aber auch ökologisch kontraproduktiv zu sein, weil er zu einer weiteren Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion führen könnte, um die Zielvorgabe zu erreichen. Weil die Stossrichtung richtig ist, Teile der Initiative in der Umsetzung aber nicht überzeugen, haben die GRÜNEN Schweiz Stimmfreigabe beschlossen. 

Fokus auf die Agrarpolitik ab 2030 

Die GRÜNEN werden sich im Parlament, insbesondere im Rahmen der Agrarpolitik ab 2030, weiterhin für eine nachhaltige Landwirtschafts- und Ernährungspolitik einsetzen.  Die Grüne Fraktion hat für die Agrarpolitik der Zukunft im Frühling ein Vorstosspaket für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem eingereicht.