Einführung eines obligatorischen Orientierungstags für Schweizerinnen: Teilrevision der Bundesverfassung sowie der dazugehörigen Gesetzesbestimmungen
Vernehmlassungsantwort zur Einführung eines obligatorischen Orientierungstags für Schweizerinnen: Teilrevision der Bundesverfassung sowie der dazugehörigen Gesetzesbestimmungen
Die GRÜNEN Schweiz lehnen die Einführung eines obligatorischen Orientierungstags für Frauen aus mehreren Gründen dezidiert ab. Einerseits verfügt die Armee nicht über einen Personalmangel, weshalb die Frauen nicht auch noch zur Wehrpflicht motiviert werden müssen. Andererseits ist die Armee keine Gleichstellungsmassnahme. Frauen leisten den grössten Anteil der Care Arbeit in der Gesellschaft und sind in zahlreichen Bereichen weiterhin benachteiligt. Dort muss zuerst angesetzt werden, um echte Gleichstellung zu erreichen. Für die GRÜNEN ist die Einführung eines obligatorischen Orientierungstages ausserdem problematisch, da sie die Militarisierung der Gesellschaft fördert. Dabei sollte die Priorität auf der Friedensförderung liegen. Auch aus grundrechtlicher Sicht ist die Einführung bedenklich, sie stellt einen starken und ungerechtfertigten Eingriff in die persönliche Freiheit der Schweizerinnen dar. Zuletzt sind auch die hohen Kosten, die bei der Einführung eines obligatorischen Orientierungstages für Unternehmen, Kantone und Gemeinden anfallen würden, ein Grund für die Ablehnung.