In den vergangenen zwei Wochen gingen Zehntausende Menschen auf die Strasse, um für einen sofortigen Kurswechsel in der Klimapolitik zu demonstrieren. Die Kundgebungen in über einem Dutzend Städten waren eine deutliche Reaktion auf den Hitzesommer 2026 und die verfehlte Klimapolitik unter Bundesrat Albert Rösti. Der Richtungswechsel ist überfällig. Deshalb verlangen die GRÜNEN morgen Mittwoch Antworten darüber, wie der Bundesrat seine Verantwortung für die Gesellschaft bei zunehmender Hitze und Trockenheit wahrnehmen will.

«Der Rekordsommer ist ein weiterer unüberhörbarer Weckruf», sagt Greta Gysin, Nationalrätin TI und Fraktionspräsidentin. «Der Bundesrat muss aus seinem Schlummerschlaf aufwachen und die Klimakrise endlich an der Wurzel packen. Wir verlangen morgen klare Antworten und wirksame Massnahmen. Die Zeit der Ausflüchte und Verantwortungsverweigerung ist vorbei.»

In einer dringlichen Interpellation verlangen die GRÜNEN vom Bundesrat Antworten auf die drängendsten Fragen zur Hitze. Die schriftliche Antwort der Interpellation bestätigt den Stillstand des Bundesrates. «Was der Hitzesommer kostet, will der Bundesrat erst Ende 2027 wissen. Die definitiven Zahlen zu den Hitzetoten liegen erst nächstes Jahr vor. Und auf die Frage nach Enddaten für fossile Heizungen und Fahrzeuge gibt er keine Antwort», sagt Greta Gysin. «Dabei ist der rasche Fossilausstieg die wirksamste Massnahme, um Klimaschutz und Klimaanpassung gleichzeitig zu stärken. Denn wir können uns nicht an einen 50-Grad-Sommer anpassen!»

Weiterhin fehlt es an einem umfassenden Aktionsplan gegen Hitze. Auch bei der nationalen Wasserstrategie muss der Bundesrat einen Gang höher schalten. Zudem zeigt sich immer stärker, wie teuer uns der fehlende Klimaschutz kommt. «Wer über Klimaanpassung spricht, ohne den Zeitpunkt für den Ausstieg aus Öl und Gas festzulegen, ignoriert den Kern des Problems», sagt Marionna Schlatter, Nationalrätin ZH.