In den Tagen um Silvester und den 1. August sind viele Menschen nicht in Feierstimmung. Wegen des Feuerwerklärms sind sie vor allem in Sorge um ihre Tiere. Wer selbst Haustiere oder Nutztiere hat, kennt das. Die immer wieder, plötzlich und unerwartet auftretenden Knallgeräusche und Lichtblitze verängstigen Tiere und setzen sie grossem Stress aus. Jedes Jahr kommt es bei panischen Fluchtreaktionen zu Verletzungen und Todesfällen. Auch Wildtiere leiden unter der Knallerei und können durch die Fluchtreaktion wertvolle Energiereserven verlieren. 

Lärm und Abfall belasten die Landwirtschaft 
Die Landwirtschaft leidet nebst dem Lärm auch unter den grossen Mengen an Abfall, die auf Feldern und Wiesen liegen bleiben. Wird dieser Abfall nicht in mühsamer Kleinstarbeit gesammelt, schadet er wiederum den Tieren, wenn er ins Futter gelangt. Aber nicht nur wir Bäuerinnen und Bauern sind betroffen. Sehr viele Menschen stören sich an der Knallerei, am Abfall und am Feinstaub, welche die Luft und unsere Ökosysteme belasten. 

Das Anliegen der Feuerwerksinitiative stösst auf breite Unterstützung. In den letzten Jahren haben auch viele Gemeinden lokale Feuerwerksverbote beschlossen. Wird die Verwendung von Feuerwerk aber nur auf lokaler oder kantonaler Ebene geregelt, entsteht ein Flickenteppich: Es ist nicht immer allen klar, was wo wann gilt und der Vollzug der Regeln wird schwierig. Damit die Regeln zum Umgang mit Feuerwerk einheitlich und umsetzbar sind, braucht es eine schweizweite Regelung. 

Eine verhältnismässige Einschränkung 
Ganz auf Feuerwerk verzichten muss trotzdem niemand. Die Initiative sieht kein absolutes Feuerwerksverbot vor. Verboten werden nur Feuerwerkskörper, die Lärm erzeugen. Andere, wie zum Beispiel Vulkane, bleiben weiterhin erlaubt. Und für Anlässe von überregionaler Bedeutung können kantonale Ausnahmebewilligungen erteilt werden. So sind grosse, öffentliche Feuerwerke nach wie vor möglich. Diese sind weniger problematisch als das individuelle Abbrennen von Feuerwerk, da sie in einem zeitlich und örtlich klar definierten Rahmen stattfinden, sodass die negativen Auswirkungen deutlich reduziert werden. 

Zahnloser Gegenentwurf versenkt 
Das Anliegen der Feuerwerksinitiative, Mensch, Tier und Umwelt vor den negativen Auswirkungen von Feuerwerk zu schützen, wurde im Parlament auch von der Grünen Fraktion unterstützt. Wir haben uns für einen indirekten Gegenentwurf stark gemacht und der von der Kommission erarbeitete Entwurf war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Auch in der Vernehmlassung wurde dieser mehrheitlich positiv aufgenommen. 

Doch im Parlament hat die bürgerliche Mehrheit dem Gegenentwurf alle Zähne gezogen, so dass wir ihn nicht mehr unterstützen konnten und ihn schliesslich in der Schlussabstimmung versenkt haben. Nun heisst es «Alles oder Nichts»: Die Initiative kommt ohne Gegenentwurf zur Abstimmung und wir haben die Chance, an der Urne der Knallerei ein Ende zu setzen. Darum braucht es am 29. November ein klares JA zur Feuerwerksinitiative. 

Kilian Baumann 
Nationalrat BE